Vordere Module

Berlingo Umbau – Anleitung & Maße – Erfahrungsbericht

Im Frühjahr habe ich meinen Berlingo 1 [Baujahr 2003] so umgebaut dass ich allein oder auch zu zweit bei meinen Touren im Auto schlafen konnte.
Ich habe damals ein Video dazu veröffentlicht und die bisherige Resonanz (26.600 Clicks auf Youtube) lässt darauf schließen dass das Thema für viele interessant ist.
Nun hatte ich wie gesagt den ganzen Sommer über Zeit „mein System“ zu testen und möchte allen Interessierten hier auch meinen Erfahrungsbericht zukommen lassen. Weiters habe ich auch die Schnittpläne/Abmasse der Module auf den beigefügten Fotos angegeben. Den einen oder anderen interessiert das ja auch. Lasst mich bitte wissen, wer auch so eine ähnliche Bauweise im Sinn hat bzw. auch umgesetzt hat. Diese Variante hier ist sicher noch ausbaufähig.

Hier nun ein paar Fotos mit dem Fokus auf den Ausbau.

Als Unterlage habe ich immer eine Thermarest Air verwendet. War immer schnell verstaut und nicht im Wege … außerdem schlief es sich auf der 6cm hohen Isomatte fabelhaft.
Leider habe ich die Matte beim Camping in Kroatien tagsüber aufgeblasen
im Auto liegen lasse. Die Hitze hat mir dann 2 Kammern aufgetrennt.

Schade, ich hätte doch vorher die  Bedienungsanleitung durchlesen
sollen !!!!

Die Räder hatten wir immer dabei. Auf einen Radträger haben wir bewusst verzichtet. Beim Beladen und Entladen der Räder waren wir mit der Zeit recht schnell. So waren die Räder diebstahlsicher und beim Autofahren musste man nicht immer wieder das Heck der Fahrräder wegen checken.
Das hintere Modul konnte man samt Räder leicht mit der ausklappbaren Luke erreichen, dementsprechend haben wir dort auch das  reingepackt was wir am ehesten während der Fahrt brauchten.

Die 2 Verlängerungsbretter (fürs Schlafen) dienten während der Fahrt als Fahrradschutz und beim Essen als Essenstisch ( in Kombination mit den beiden Plastikboxen wo das Essen und die Essensutensilien verstaut waren)

Das andockbare Seitenzelt haben wir heuer öfters gebraucht. Vor allem wenn wir mal 2-3 Tage auf einem Campingplatz waren diente es uns als „Wohn-Essbereich“. Das Zelt „Trinity“ kommt übrigens von Obelink und kostet um die 100 Euro. Versandt war problemlos und schnell.

Wenn ich allein unterwegs bin kann ich den Fahrersitz lassen und mir mein Bett auf der Beifahrerseite richten, ohne immer alles wieder abbauen zu müssen. (was ansonsten aber auch ruck-zuck erledigt ist).

 

Die 2 Bretter zum Schlafen lassen sich leicht an der Seite verstauen und nehmen dann auch keinen Platz weg.

So sehen die Module montierter aus. Am Boden fixiert ist der das hintere Modul. die beiden vorderen (2-er Sitzbank und 1-er Sitz) werden lediglich mit Flügelschrauben verbunden. Dies hält bombig und ist sofort gemacht.
Die Aufteilung der Module hat auch den Vorteil dass man wenn man schnell noch einen Sitz braucht oder 2, einfach nur das entsprechende Modul rausnimmt und den Sitz schnell einsetzt. Hab ich heuer öfters gebraucht und geht wirklich ganz einfach. Auch sind die einzelnen Module leicht von einem alleine ein- und auszubauen.

Was ich lediglich verändert habe:
Ich habe die 2 vorderen Module umgedreht, so dass sie von aussen leicht aufklappbar sind. Das war in einer halben Stunde erledigt und mir stehen nun beide Varianten zur Verfügung. [Da der Boden des Berlingo vorne etwas rund endet musste ich an den  Ecken etwas Holz wegnehmen, damit die Ecken der Module nicht hochstehen – siehe weiter unten auf dem Foto]
Klasse wäre noch wenn man die Deckel stufenlos offen fixieren könnte. Sonst muss man halt immer mit einer Hand den Deckel aufhalten und mit der anderen „suchen“ 🙂

So, nun aber zu den technischen Details:
Da mir bewußt war, dass meine Idee nicht soooo leicht von mir allein umgesetzt werden kann und die Materialkosten eh schon einiges ausmachen würden habe ich die Module sicherheitshalber von einem Tischler anfertigen lassen. Ich ging ihm zur Hand wo immer ich konnte und so haben wir alles an einem Tag abgeschlossen.
Die Modul-Kästen bestehen aus einer  

  • – Tischlerplatte [1,5cm oder 1,6cm — bin mir nicht mehr sicher) wobei die Deckel beidseitig mit einer  HpI Platte beschichtet sind (super zum Saubermachen)
  • – 2 Vielschichtplatten (12mm) verwende ich als Schlaf-Verlängerung.
  • – Die Beschläge sind sgn. Klavierbänder

 

Achtung: Bei den vorderen Modulen musste ich an den Außenecken unten ein wenig Holz vom Boden wegnehmen, da der Boden beim Berlingo vorne etwas abgerundet endet. War aber kein Problem und der Modul-Boden ist noch geschlossen. Ich musste es dann an 4 Ecken machen, da ich ja die vorderen Modulkästen umgedreht habe bzw. mir jetzt beide Varianten offen stehen.
(im Bild zu sehen, jedoch stehen die Kästen auf diesem Foto seitenverkehrt; deshalb betrifft es in dieser Ansicht die Innenecken —– sorry, bin ich erst jetzt draufgekommen 🙁  

Die Maße des hinteren Modules. Der Deckel ist ausklappbar (siehe unten)

Das hintere Modul total geöffnet. Der Holzbalken in der Mitte ist lose, dient als Stütze wenn man auf dem Modul schläft und die Luke trotzdem ausklappen möchte.

Das kleine Modul noch mal alleine.

 

Damit die Schlaf-Verlängerungsplatte nicht nach vorne wegrutscht habe ich ein Scharnier mit Stift (zum entfernen wenn ich die Platte als Tisch gebrauche) angebracht. So auf dem Vordersitz mit einem Zerrgurt fixiert hält das tadellos.

Ansicht wie ich die Schlaf-Verlängerung anbringe. Die Vielschichtplatte fixiere ich von oben mit einem Zurrgurt. Die kleine Aufstellplatte wird vom Vordersitz nach hinten eingeklemmt, so sitzt die Platte perfekt.

Vorne stütze ich die Platte lediglich mit dem Kopfstützer. Hat immer tadellos funktioniert, zumal dort auch nicht viel Gewicht draufliegt.

Zum Schluss noch der Disclaimer (man weiß ja nie):
Ich gebe diesen Erfahrungsbericht und die Maße gerne an euch weiter. Ich habe auch alles nach bestem Wissen und Gewissen dokumentiert, aber bitte checkt alle Maße usw. bei euch noch mal nach bzw. adaptiert sie euch wie ihr sie braucht..

lg
Klaus

Ps. Wenn ihr noch Fragen bzw. eigene Vorschläge habt, lasst es mich wissen. Ich würde mich über euer Feedback freuen.

wdm.klaus[at]gmail.com oder gern in den Kommentaren.

 

 

 

Schlagwörter: Minicamper, Hochdachkombi, Campervan

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