Fivedays 3

Mit einer Vespa 50 Special an den Gardasee und weiter bis ans Meer

Die Idee war bereits vor der Vespa in unseren Köpfen…. mit dem Kauf und der Restauration der Vespa 50 Special wurde das Unternehmen „Reisen mit der Vespa“ dann schon konkreter.

Juli 2011 war es dann soweit .. das Reiseziel stand fest .. an den Gardasee und womöglich noch weiter bis ans Meer sollte es gehen!!!
Ich hatte mir inzwischen eine Yamaha Teneré 600 – Baujahr 1984 um 400 € angelacht, so, dass ich zu zweit fahren konnte und Tobias es sich so auf dem Rücksitz bequem machen konnte ….
Johannes musste/durfte die Vespa 50 steuern. Die Vorfreude war riesig !! und doch warteten wir mit der Vorbereitung bis auf den vorletzten Tag. Noch schnell einen größeren Gepäckträger auf die Teneré rauf und für Johannes noch einen Reservebenzinkanister besorgen. Auch einige Schnellspanner mussten noch her.

Termin: Freitag 15 Uhr ist Start !!!!
Und was geschah !!! Genau um 16 Uhr regnete es und wir mussten unser Unternehmen um eine Stunde verschieben .. aber egal, Zeit um noch das Nötigste durchzuchecken…

Ich sagte: „Versuchen wir mit so wenig wie möglich auszukommen“ … P. meinte: „Das brauchen die Jungs noch .. das auch noch … und falls es doch mal regnet !!!!!“  … 🙁 ……und somit war der Koffer gleich schon wieder doppelt so voll … lol

16 Uhr .. die Sonne scheint wieder …. Zeit zum Starten. Bis an den „Garda-Lake“ werden wir es wohl heute nicht mehr schaffen, aber schauen wir mal wie weit uns die Reise heute noch bringt. Nach gut einer Stunde sitzen wir fix und fertig am Seekaffee des Kaltersees und verschnaufen bzw. stärken uns. Johannes schmerzt der Rücken. Der Rucksack drückt ziemlich, mir schmerzt das Vorderteil (haha … die Tasche vorne drückte voll drauf). So wird das wohl nichts. Doch nach gut einer halben Stunde sind wir wieder bereit weiterzustarten. Wir fahren gemütlich, die Gegend verändert sich und wir gewöhnen uns bzw. verbessern unsere Fahrhaltung.

Salurner Klause – „Johannes, kannst du dich noch erinnern? Hier haben wir bei unserer Fahrradtour an den Gardasee vor 4 Jahren pausiert !!“
Nicht viel später stehen wir bereits vor den Toren von Trient.

Johannes blinkt wie wild hinter uns …… und Tobias gibt mir Zeichen dass Johannes Angst hat, dass wir auf der Autobahn fahren … Nein, ich beschwichtige, wir sind nur auf der Umfahrungsstraße unterwegs … nach gut 500 m fahren wir von der Umfahrungsstraße wieder runter und pausieren an einer Tankstelle … Es ist 19 Uhr und wir fragen den Tankwart, ob er glaubt, ob wir es heute noch nach Torbole schaffen könnten. „Ja, das müsste sich locker ausgehen .. auch mit der „kleinen“ Vespa .. weit ist es ja nicht mehr !!!
Voller Freude und mit neuer Kraft setzen wir unsere Fahrt fort. Es ist herrlich so gemütlich die kleinen Straßen an der Etsch entlang zu fahren und zu merken, wie weit man mit zwei Oldtimern kommen kann. Einfach ein wahnsinns Gefühl, mit seinen beiden Jungs und motorisiert auf Tour zu sein.

In Mori noch ein letzter Halt vor dem Ziel .. und es ist erst ca. 19.30 Uhr und noch taghell. Das geht sich locker aus und auch kein Problem für die Vespa! Super !!!! Alles läuft wie am Schnürchen.
Es hätte ja zu schön sein können, so ohne Panne durchzukommen. Kurz vor Nago passierte es dann. Tobias stubst mich wieder wie wild: „Tata, Tata .. bei Johannes stimmt was nicht“ … Ich schaue zurück und sehe Johannes gestikulieren. „Rechts ran !!!“ Scheiße, was ist denn jetzt, wir sind ja schon fast da. Wir halten an einer Ausweichstelle und Johannes ist jetzt gefragt !!! Die Vespa stottert, läuft nicht mehr rund! Ich gebe ihm gleich zu verstehen: „Du bist der Fachmann!! Schau du mal nach

Seitendeckel runter und nach nur kurzer Zeit dreht sich Joe zu mir. „Wenn es das ist, was ich glaube, dann haben wir ein Problem .. und das ein gewaltiges !!!!“ Mein Atem stockt ……,„los spuck es aus, wo happert es ????“
„Die Zündspule ist wieder losgebrochen „. Das passierte schon vor einigen Monaten; der Karosseriespangler hat sie damals wieder drangemacht, aber die Vibrationen haben sie erneut losgeschleudert.
„Da müssen wir schauen ob wir jemanden am See finden, der das schweißen kann …..AUSSER, eine Idee habe ich noch“ sagt Johannes. „wenn wir Glück haben, kann ich die Zündspule im Loch einer Gumminoppe an die Karosserie montieren.

Wahhhhnnnsinnnnnnnn, es passt und die Vespa läuft nach Kurzem wieder wie eine Eins.

Weiter gehts, und schon ein paar Minuten später erblicken wir den See. „Juchuuuu, … wir habens geschafft„. Runter zum See und rein in den Tumult.
Gemütlich tuckern wir bei untergehender Sonne am See entlang. Uns kommt es vor, als ob wir am Meer entlang fahren würden. Feine warme Luft strömt uns entgegen. Nach ca. 20 Minuten, um 21 Uhr, erreichen wir den Campingplatz in Malcesine.

Einchecken, Zelt aufstellen und ab zum wohlverdienten Abendessen.

Nach einer gemütlichen Zeltnacht gehts am nächsten Tag weiter bis nach Garda. 5 schöne Tage verbringen wir dort auf dem Stellplatz bei Roswitha und Manni. Da auch der gleichaltrige Peter da ist, vergeht die Zeit für die Jungs wie im Flug. Wir schlafen im Zelt, genießen aber den Luxus ihres Campers ehe es uns dann wieder weiterträgt. Sie fahren zurück nach Naturns; wir wollen weiter nach Chioggia ans Meer.

5 Stunden in der Hitze brauchen wir um über das Minciotal, Legnano, und Conselve über die Brücke in Chioggia einzutrudeln. Verrückt!! Wir können es kaum glauben: wir sind am Meer.
Da wir nicht das erste mal hier sind, fällt es uns leicht das Hotel Clodia im Zentrum von Chioggia zu finden. Für 2 Nächte quartieren wir uns dort ein. Chioggia ist bekannt für seine Küche, vor allem isst man dort wunderbar Fisch. Auch wir probieren einiges durch, da wir zufällig zur „festa del pesce“ in der Lagunenstadt weilen.

Samstag mittag, nach 2 Tagen in der Stadt, treibt es uns wieder heimwärts. Wir fahren durch die Großstadt Padua nach Bassano del Grappa, hinein ins Val Sugana bis nach Trient.
Nach einer kurzen Pause tuckern wir das Etschtal bis nach Bozen hoc.

Mhhhhh… super, wieder an den saftig, grünen Weinplantagen vorbeizufahren. Die Luft wird frischer und die Heimat hat uns wieder. Erstaunlich war, dass Johannes mit einem vollen Vespatank (5 lt) die ganze Strecke von Chioggia bis nach Plaus (270 km) ohne nachzufüllen durchgefahren ist!

Der Defekt bei Nago blieb zum Glück der Einzige in 650 km.